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Spinatknöpfchen aus Hefe

Unser Freund Detlef hat angerufen. Er hat angerufen und sich bitterlich beschwert, weil es in letzter Zeit auf meinem Blog doch sehr ruhig geworden ist. IMG_1209

Detlef ist alles andere als ein Fußball-Fan – die Idee, Spinatknöpfchen zu backen (eigentlich ein typisches Fingerfood für aufregende Fußballspiele), hat ihn aber dennoch ein wenig versöhnt. Detlef wohnt 600 km weit entfernt und wird von den leckeren Dingern leider nichts abbekommen. Die Geste zählt (hoffentlich).

Also, raus aus den Gartenklamotten, die Hände geschrubbt und die Knöpfchen gebacken. Erfreulicherweise ist sowieso wieder einmal ein Gewitter aufgezogen, sodass die Zeit mit Regenwürmern und Rosenknospen für heute eh‘ ihr Ende gefunden hätte.

Hier also die Spinatknöpfchen, extra für Detlef zubereitet, fotografiert und aufgeschrieben.

Zutaten für 12 Knöpfchen:

400 g Dinkelmehl
100 g Maismehl
1 Würfel Hefe
200 ml warmes Wasser
1 TL Zucker
1 Prise Salz
1 Ei (M)
70 ml Olivenöl

150 g Sonnenblumenkerne
150 g Schafskäse
200 g Spinat (TK)
1 Prise Salz

1 Eigelb
Schwarzer Sesam zum Bestreuen

Zubereitung:
Zuerst wird der Hefeteig angesetzt. Dinkel- und Maismehl vermischen (wer kein Maismehl mag, kann einfach auch nur Dinkelmehl nehmen). Die Hefe in lauwarmem Wasser auflösen. In das Mehl eine kleine Kuhle drücken und die aufgelöste Hefe, zusammen mit dem Zucker eingießen. Den Vorteig ca. 10 Minuten gehen lassen.
Als nächstes kommen die Prise Salz, das Ei und das Olivenöl hinzu und müssen mit dem Mehl gut verknetet werden. Abdecken und an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.

Den aufgetauten TK-Spinat in einem Sieb abtropfen lassen. Die Sonnenblumenkerne in einer beschichteten Pfanne anrösten. Den Schafskäse, den Spinat, die gerösteten Sonnenblumenkerne und das Salz mit einem Pürierstab pürieren.

Aus dem Teig zwölf gleiche Teile abtrennen. Jedes Stück mit dem Nudelholz zu einer länglichen Teigplatte walzen. Ein bis zwei EL Spinatfüllung auf die Teiplatte geben. Von der langen Seite her aufrollen.

_DSC8278Die Rolle in der Hand zu einem Knoten formen. Auf das Backblech legen. Wenn alle Spinatknöpfchen geformt sind, das Eigelb mit etwas Wasser verquirlen.

Die Knöpfchen mit dem Eigelb bestreichen und anschließen mit schwarzem Sesam bestreuen.

Im vorgeheizten Backoffen bei 175 Grad ca. 20 Minuten backen.

Ich mag sie besonders gerne, wenn sie noch lauwarm sind.

 

 

 

 

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Und zum Jahresabschluss – Champagner Gugl

Ich wünsche euch allen eine schöne Silvester-Party, einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein glückliches und gesundes 2016.

Um euch den Sprung ins nächste Jahr ein wenig zu erleichtern (und versüßen) – hier noch ein kleines Rezept für die Silvester-Party. Geht schnell, sodass noch genügend Zeit bleibt, um das Ballkleid zu bügeln und die Sektflöten zu polieren.

Zutaten
60 g weiche Butter
50 g Zucker
1 Ei, Größe M
70 g Mehl_DSC7673
20 g Stärke
20 g Kakaopulver
10 g gehackte Zartbitterschokolade
3 EL Crème fraîche
1 Prise Salz

100 g weiße Schokolade
20 g Sahne
2 EL Champagner
18 kleine Schokoladenherzen

Zubereitung:

Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Das Ei hinzugeben und einrühren. Das Mehl mit Stärke, Backpulver, Kakaopulver, Schokolade, Crème fraîche und Salz vermengen und mit der Butter-Ei-Mischung verrühren. Den Backofen auf 175 Grad  vorheizen.

Die Vertiefungen der Form mit Öl ausstreichen. Den Teig in die Vertiefungen füllen und im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene 14 Minuten backen. Die Gugl nach dem Backen in der Form kurz auskühlen und anschließend auf ein Auskühlgitter stürzen.

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Für die Füllung die Schokolade hacken oder reiben. Die Sahne erhitzen und über die zerkleinerte Schokolade gießen. Die Zutaten gut miteinander verrühren. Den Champagner zur Schoko-Sahnemasse geben und cremig rühren. Diese Masse (Ganache) 3–4 Stunden kühlen. Danach einmal kräftig durchschlagen. Die Ganache in einen Spritzbeutel mit Sterntülle geben und in die Gugel spritzen. Mit jeweils einem Schokoladenherz verzieren.

Na dann – Prost, auf ein Wiedersehen im neuen Jahr!

 

Noch mehr Rezept für kleine Gugl gibt’s in meinem Mini-Guglhupf Buch.

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Kletzenbrot und Winterspaß

Mit Wintersport in Wohnortnähe wird es dieses Jahr definitiv nichts mehr – ist aber halb so tragisch, sofern man noch eine aufgeplatzte Tüte Mehl im Vorratsschrank hat._DSC4317

Das Motto lautet dann einfach „Winterspaß im Mehl“ anstatt „Schifoan“ im Schnee.

Das Schöne am Mehl ist, dass man damit nicht nur spielen, sondern den Spielschnee anschließend auch gleich weiterverarbeiten und aufessen kann.
Zur heutigen Mehlweiterverarbeitung haben wir uns für Kletzenbrot entschieden. Kletzenbrot enthält, wie der Name schon sagt,  Kletzen. Kletzen  (manche nennen sie auch Hutze) sind ziemlich harte, runzlige, getrocknete Birnen. Nicht zu verwechseln mit samtig weichen Trockenfrüchten.
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Ob es diese Form des Dörrobstes auch außerhalb von Bayern und Österreich gibt, weiss ich nicht so genau –  vermutlich lassen sich die Hutzelbirnen aber im Internet problemlos bestellen, sollten die regionalen Supermärkte derartige Dinge nicht vorrätig haben.
Mein Rezept ist für 5 kleine Kletzenbrote ausgelegt. Natürlich kann man einfach auch 3 etwas größere daraus machen – das Prinzip bleibt das gleiche.

Zutaten für den Teig

200 g backstarker Weizen
200 g Roggenmehl
1 Würfel Hefe
100 ml lauwarmes Wasser
110 g Zucker
1 Prise Salz
50 g Joghurt
100 ml Einweichflüssigkeit der Kletzen
1 TL gemahlener Ingwer
1 TL Piment
2 TL Zimt
1 TL Anispulver
1 TL Natron

Für die Füllung benötigt man 1 kg Masse bestehend aus:
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ca. 350 g über Nacht eingeweichte getrocknete Birnen (Kletzen)
50 g über Nacht eingeweichte getrocknete Johannisbeeren
100 g getrocknete Cranberries
50 g kandierte Ananas
50 g Quittenmark
100 g Datteln
100 g grob gehackte Cashew Kerne
100 g gehackte Walnüsse
50 g blanchierte Mandeln
50 g gemahlene Mandeln
Abrieb und Saft einer Limette
Einige Mandeln zum Verzieren, Butter zum Bestreichen

Roggen- und Weizenmehl vermischen. Hefe zerbröckeln und im lauwarmen Wasser auflösen. Eine kleine Kuhle ins Mehl drücken und die aufgelöste Hefe hineingießen. Den Teig zudecken und ca. 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
Die restlichen Teigzutaten dazugeben und zu einem Hefeteig verkneten. Den Hefeteig mit einem Küchentuch zudecken und an einem warmen, windgeschützten Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.

Für die Füllung müssen die Birnen und die getrockneten Johannisbeeren über Nacht eingeweicht worden sein – sonst funktioniert das Rezept nicht!
Das Einweichwasser auffangen und 100 ml davon aufheben. Kletzenfrüchte und Beeren kleinschneiden. Das Quittenmark, die gehackten Nüssen, den Limettenabrieb und -saft zugeben. Alle Zutaten in einer Schüssel gut vermengen. Wenn der Teig aufgegangen ist, 300 g des Teiges für die Füllung abzweigen. Den restlichen Teig in 5 gleich große Portionen aufteilen. Den abgezweigten Hefeteig mit der Füllung mischen (Knethaken). Darauf achten, dass sich der Teig mit der Füllung gut vermengt.
Für die Umhüllung des Kletzenbrotes wird nun der Teig ausgerollt und jeweils 1/5 der Füllung auf die Teigplatte gelegt. Die Füllung mit dem Teig ummanteln.

Die Brote auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, zudecken und weitere 30 Minuten gehen lassen. Die Brote mit einer Gabel einstechen, damit sie beim Backen nicht aufbrechen. Mit Wasser einpinseln und den blanchierten Mandeln dekorieren.

Das Backrohr auf 150 Grad vorheizen und die Brote ca. 1 Stunde backen. Nach ca. 40 Minuten der Backzeit die Brote mit zerlassener Butter bepinseln.DSCF3289

Das Kletzenbrot lässt sich in Butterbrotpapier oder in Frischhaltefolie eingewickelt einige Tage lagern.

 

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Seestern statt Zimtstern – Backen in Zeiten der Klimaerwärmung

2. Advent. Zeit, um beschaulich am offenen Kamin zu sitzen, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu trinken, sich die Füße abzufrieren und Zimtsterne zu backen. So soll Winter sein, so wird er uns in jedem Weihnachtswerbefilm verkauft und so hätte ich ihn eigentlich auch ganz gerne._DSC3961
Während  auf der Klimakonferenz in Paris noch immer darüber gestritten wird, ob denn alles wirklich so schlimm kommt wie von Wissenschaftlern prophezeit, meine ich die Folgen der Klimaerwärmung deutlich spüren zu können – auf den wärmsten Herbst seit Beginn der Wetteraufzeichnung, folgt der gefühlt wärmste Dezember (zumindest seitdem ich mich erinnern kann). Die ersten Schneeglöckchen treiben im Garten an, letzte Hummeln schwirren von Blume zu Blume und auch sonst deutet nichts darauf hin, dass in 2 1/2 Wochen Weihnachten ist.

Zimtsterne machen unter den gegebenen Umständen also wenig Sinn – deshalb gibt es dieses Jahr im Advent dem badenhosenwetter geschuldet Seesterne.

Seesterne
Teig:
300 g blanchierte, gemahlene Mandeln
200 g Marzipanrohmasse
Abrieb von zwei Biolimetten
80 g Zucker
1 Prise Salz_DSC4042
1 Eigelb
1 Ei

Für den Guss:
100 g Puderzucker
Limettensaft
Lebensmittelfarbe  (rot, orange)
Perlen zum Verzieren, Glitzerzucker

Alle Teigzutaten (bis auf 2 EL Mandeln) in eine Rührschüssel geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes verkneten. Den Teig in eine Frischhaltefolie einschlagen und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Auf der Arbeitsfläche etwas gemahlene Mandeln ausstreuen und den Teig ca. 1 cm dick darauf ausrollen. Sterne ausstechen, aus den Sternenstrahlen mit viel kreativer Energie die Metamorphose vom Stern zum Seestern gestalten._DSC4096
Den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Die Seesterne auf mittlerer Schiene 8 Minuten backen und anschließend auskühlen lassen.
Aus dem Puderzucker, dem Limettensaft und der Lebensmittelfarbe einen dickflüssigen Zuckerguss herstellen. Die Seesterne damit bestreichen. Zum Schluss nach eigenem Gusto mit Perlen und Glitzerzucker verzieren._DSC4147

 

P.S. Im Kino läuft momentan ein sehr bewegender Film zum Thema „Klimawandel“. In Zwischen Himmel und Eis werden die Zusammenhänge sehr anschaulich erklärt und mit großartigen Aufnahmen aus der Antarktis garniert.

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Apfelstrudel – der Weg zur Strudelkönigin

Backen macht zwar (angeblich) immer Freude – bei Strudel verhält es sich aber meines Erachtens ein wenig anders. Der Weg zum perfekten Strudel ist ein steiniger, nervenaufreibender, harter Weg. Nur diejenigen, deren Frustrationstoleranz hoch ist, die über einen gesunden Humor verfügen und die der Ehrgeiz gepackt hat, haben das Zeug zur Strudelkönigin. Allen anderen bleibt der Strudelgenuss nicht verwehrt – sie müssen einfach nur in den Supermarkt gehen und sich einen Fertigteig holen.

Hier aber die Anleitung für die Masterclass!

Zutaten

Teig:
200 g Mehl (Wiener Griessler)
1 Ei (M)
1 Prise Salz
20 ml Distelöl
60 ml Wasser

Füllung:
1 – 1,5 kg Äpfel (abhängig von der Größe und dem damit einhergehenden Verschnitt)
Saft 1/2 Zitrone
150 g Semmelbrösel
100 g brauner Zucker
200 g Quark
2 TL Zimt
80 g Butter zum Bestreichen
Puderzucker zum Bestreuen

Für den Teig alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine ausgiebig kneten. Den fertigen Teig mit etwas Mehl einstäuben und in eine Frischhaltefolie wickeln. Ca. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

DSCF1057Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen, in kleine Stückchen schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. Effiziente schnitzeln die Äpfel in der Küchenmaschine, Umweltbewusste schneiden sie mühevoll klein.

Den Teig in zwei gleich große Stücke halbieren. Nerven stählen, tief durchatmen!!!!

Den Teig auf einem bemehlten Geschirrtuch auf eine Teigfläche von 30 x 40 cm ausrollen. Die große Kunst besteht darin, die ideale Mischung aus rollen und mit den Händen ziehen herauszufinden, damit der Teig hauchdünn wird. Wenn sich Löcher ergeben – nicht suizidieren und die Panikattacken wegatmen  – die Löcher mit etwas Teig zukleben und weiterarbeiten. Sollte das Teigstück jemals die gewünschte Größe erreichen, verstreicht man die Hälfte des Quarks so auf dem Teig, dass an den beiden seitlichen Kanten und der oberen Kante jeweils ca. 5 cm ausgespart werden. Die Hälfte der Apfelmischung darauf verteilen (die Ränder freilassen). DSCF1066
Jeweils die Hälfte des brauen Zuckers, der Semmelbrösel und des Zimts auf die Äpfel streuen. Die Butter schmelzen und den 5 cm breiten Rand (siehe oben) mit Butter bepinseln. Den Teig mit dem Geschirrtuch einrollen. Die Enden verschließen und direkt vom Geschirrtuch auf ein mit Backpapier belegtes Backblech bugsieren. Mit Butter bepinseln.

Mit dem zweiten Strudelteigstück genauso verfahren.

DSCF1085Abhängig von der Apfelsorte (Wassergehalt) ca. 30 – 35 Minuten im vorgeheizten Backrohr bei 175 Grad goldgelb backen.

Nach dem Backen mit Puderzucker bestäuben. Der Strudel schmeckt sowohl warm als auch kalt phantastisch. Dazu reicht man Vanillesoße, Eis, Schlagsahne – oder einfach nix.

Bei einer entsprechenden Anzahl von Strudelexperimenten klappt es am Ende der Apfelsaison mit dem hauchdünnen Strudelteig ganz bestimmt. Im nächsten Jahr geht der Spass dann wieder von vorne los.DSCF1104

Findige Bäckerinnen trainieren den Winter über mit Millirahmstrudel, Kirschstrudel oder pikanten Varianten.

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Barbie muss nicht länger hungern – #1 Tajine Végétarienne

Angeblich ist es ja nie zu spät für eine verspielte Kindheit, deshalb habe ich meine alten Barbies aus dem Schrank geholt, habe ihnen Kochschürzen umgebunden und lasse sie in einer kleinen Bildergeschichte die Tajine-Zubereitung vorführen.
Die armen Barbies waren mir schon immer zu dünn. Ich vermute beinahe, dass es im Barbie-Land nichts anständiges zu essen gab. Das soll sich nun ändern.

Viel Spaß dabei!

 

 

Für all‘ diejenigen, denen das zu schnell ging und die mit den Zutaten noch etwas unsicher sind: hier noch einmal das Rezept mit Zutaten und Anleitung für 4 Personen mit einem durchschnittlichen Hunger

Für ca. 4 Personen  (Bodendurchmesser der Tajine 22 cm)

1 Knoblauchzehe
Etwas Salz
1 EL Ras el-Hanout
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Kurkuma
500 g Kartoffeln
500 g Hokaido- oder Butternutkürbis
250 g Karotten
2 Zwiebeln
2 rote Paprika
2 Tomaten
6 EL Olivenöl
100 g grüne Oliven (möglichst ohne Stein)
Salz nach Geschmack
Vor dem Servieren beispielsweise Koriander, Petersilie, geschnittene Frühlingszwiebelchen darüberstreuen und mit etwas Zitronensaft beträufeln.

Die Tajine ins Wasser stellen und ca. 10 Minuten einweichen lassen.
Die Knoblauchzehe schälen, mit Salz zerreiben und zusammen mit den Gewürzen und dem Öl in einer Schüssel vermischen. Die Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden. Den Hokaido-Kürbis in Spalten schneiden. Ein Butternut muss erst noch geschält werden und wird dann in Würfel geschnitten. Die Karotten schälen und der Länge nach halbieren. Die Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden. Die Paprika waschen, putzen und in Streifen schneiden. Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden.

Die Zwiebeln aus der Öl-Gewürzmischung nehmen und den Boden der Tajine damit auslegen. Dann kommen die restlichen Zutaten in die Tajine. Zuerst die Kartoffeln, dann die Möhren, die Paprika und die Tomaten in die Form.  Das restliche Öl darübergießen. Zuletzt kommen die Oliven rein. Nach eigenem Geschmack etwas Salzen.

Merke: Die harten Zutaten unten, die weichen Zutaten oben.

Deckel drauf und auf die kalte Herdplatte. Nicht vergessen – kaltes Wasser in die Mulde am Deckel füllen.

Die Tajine darf man auf keinen Fall gleich auf die heiße Herdplatte stellen. Das mag sie gar nicht und springt im schlimmsten Fall. Die Temperatur muss langsam gesteigert werden – bis maximal zur mittleren Stufe.

Nach 45 – 60 Minuten ist das Gemüse weich. Noch ein paar frische Kräuter vor dem Servieren darüber streuen und mit Zitronensaft beträufeln.

 

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In Marokko unterwegs – #1 Tajine geht immer

Die letzten drei Wochen waren wir in Marokko, genauer gesagt in Südmarokko unterwegs. Immer bemüht, azyklisch zu reisen, haben wir es diesmal vielleicht wirklich etwas übertrieben. Die Temperaturen lagen bei 45 Grad, auch nachts blieb es mit 30 Grad doch eher warm. Die große Touristenkarawanne, sollte sie dieses Jahr überhaupt noch kommen, zieht wohl erst Mitte September los, was nach gemachter Erfahrung durchaus nachvollziehbar ist. Der große Vorteil unserer ungewöhnlichen Zeitplanung – wir waren fast immer alleine und konnten uns aussuchen, was für uns gekocht werden soll.
Die üppigen Temperaturen halten die Marokkaner nicht davon ab, Fleisch in gewohnter Weise in den SouDSCF9824ks auszustellen – will heißen,  die Fleischstücke hängen ohne Kühlung von der Decke und warten (zusammen mit vielen Fliegen) darauf, dass der Tag ein Ende nimmt. Wir erklärten uns deshalb kurzerhand zu Vegetarierinnen und lösten dadurch bei so manchem Koch Befremden aus. Wenn auf Befremden auch noch Ratlosigkeit folgte, war Tajine Végétarienne das Gericht der Wahl. Marokkaner, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, packen viel Fleisch, Geflügel oder Fisch in den Tontopf. Der Gemüseanteil ist dabei eher übersichtlich.

Merke: Was in Marokko immer geht, wenn nichts mehr geht, ist Tajine.

Tajine-Formen werden quasi an jeder Straßenecke verkauft und sind schon für ein paar Euro zu haben. Bei der Menge an Tajine-Töpfen war ich mir ziemlich sicher, dass sie in China oder Taiwan hergestellt und als authentisch marokkanische Ware an dödelige Touristen überteuert verkauft werden.

Ein junger Marokkaner aus Tamegroute, in seiner Freizeit vermutlich in Jeans und T-Shirt unterwegs, zeigte uns gegen einen geringen Obulus eine Töpferwerkstatt in den Hinterhöfen. Ich weiss zwar nicht, ob wirklich alle Tajinen in Marokko auf diese Art hergestellt werden, wenn dem so ist, ist es wahrlich ein mühsames Geschäft. Wie wir da waren, wurden zwar gerade Vasen und Ziegel gebrannt, das Prinzip ist aber identisch.


Die Glasur besteht aus einem Mineralienmehl (Kieselsäure, Feldspat, Kreide), dem Metalloxide beigemischt werden. Durch Chromoxid wird die Töpferware grün, durch Cobalt blau und durch Mangan braun. Geschickt gemischt und bei der richtigen Temperatur gebrannt, entstehen so die unterschiedlichsten Farben. Die Brenntemperatur darf nicht zu hoch sein, damit der Topf später bei schnellen Temperaturwechseln nicht springt.

DSCF0273Tajinen gibt es aber auch ohne Glasur. Die Oberfläche fühlt sich dann an wie bei einem klassischen Römertopf und muss auch wie dieser vorm ersten Gebrauch ein paar Stunden in Wasser eingelegt werden.

Oben am Topf ist so eine Art kleiner Krater, in den kaltes Wasser gefüllt wird. Die Flüssigkeit, die aus den Zutaten austritt, steigt als Dampf auf, kühlt durch das kalte Wasser ab und tropft wieder runter.
Die Tajine funktioniert also wie eine Art Dampfkochtopf. Das dauert natürlich alles seine Zeit, deshalb nutzt der moderne Restaurant-Marokkaner gerne Pfanne und Kochtopf und schichtet kurz vor dem Servieren die Zutaten in die Tajine, was in gewisser Weise gemogelt ist, aber Zeit spart. Mogelt man nicht, so kommen zuerst Zwiebeln, die mit Öl und einer Gewürzmischung (Ras el-Hanout) mariniert sind in den Topf. Die Zwiebeln sollen verhindern, dass die Kartoffeln am Topfboden anbrennen. Die Zutaten, die länger brauchen, werden unten eingeschichtet, die weicheren weiter oben.

Wie das genau funktioniert, könnt ihr hier lesen.

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Gefuellte Mini-Gugelhupfe von Luise Lilienthal

Mein neues Buch ist da!!!! Gefüllte Mini-Gugelhupfe

Mein neues Buch ist da! Vorgestellt werden darin jede Menge gefüllte Mini-Gugelhupfe. Was mich besonders daran freut – diesmal konnten wir auch das Foodstyling und die Fotos selbst machen.

Das Buch ist im Bassermann Verlag erschienen. Neugierig geworden? Dann könnt ihr es unter diesem Link direkt beim Verlag bestellen.

Hier noch ein paar kleine Impressionen aus dem Buch.

 

Ihr könnt das Buch natürlich auch in jeder Buchhandlung bestellen. Die bibliographischen Daten findet ihr hier.

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Rohrnudeln mit Zwetschgen und Marillen

Wurde man in Oberbayern sozialisiert, hat die Rohrnudel einen ähnlichen Stellenwert wie andernorts die Muttermilch. Zugegeben, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie das mit der Muttermilch war, bei der Rohrnudel zumindest breitet sich augenblicklich ein Gefühl der Glückseligkeit in mir aus. Der gedankliche Weg von der Rohrnudel zum Bauernhof ist ein ziemlich kurzer, wodurch sich vermutlich erklären lässt, warum der Spieltrieb mit mir durchging, während die Rohrnudel aufging…

Meine Begeisterung für die Rohrnudeln durfte ich mit ein paar gierigen Wespen teilen. Eine Wespe war derart stimuliert, dass sie im Glückstaumel in die Vanillesauce stürzte und zu ertrinken drohte. Keine Sorge, sie überlebte – den Rohrnudeln hingegen wurde sehr schnell der Garaus gemacht. So ist es halt, wenn man zum Fressen gern gehabt wird;)

 

Zutaten:

200 ml Milch
1 Würfel HefeDSCF6975
500 g Mehl
60 g Zucker
100 g Butter
2 Eier (M)
20 ml Rum
1 Prise Salz
Abrieb 1 Biozitrone
15 Stück  Zwetschgen oder 15 Stück kleine Marillen
15 Stück Würfelzucker
Butter für die Reine
100 g Sahne
30 g Zucker
Puderzucker zum Bestäuben

Die Hefe zerbröckeln und mit der lauwarmen Milch (max. 35 Grad) verrühren. Einen Vorteig erstellen, indem eine Mulde in das Mehl drückt und die Hefemilch in die Mehlmulde gießt. Zugedeckt ca. 10 Minuten gehen lassen.

Zucker, die zimmerwarme Butter, das Ei, den Rum, das Salz und den Zitronenabrieb dazugeben und mit den Knethaken des Handmixes einen Teig schlagen. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.

DSCF6814Den Teig in 15 gleiche Portionen aufteilen. Die Zwetschgen oder Marillen waschen, entsteinen und in deren Mitte ein Stück Würfelzucker stecken. Die Teigportion flach drücken, die Zwetschge oder Marille in die Mitte setzen, mit Teig ummanteln und zu einer Kugel formen.

Die Reine großzügig mit Butter ausstreichen. Die Hälfte der Sahne in die Reine gießen und mit einem Pinsel verteilen. Den Zucker in die Reine streuen. Die Teigkugeln in die Reine setzen. Mit einem Tuch abgedeckt noch einmal 30 Minuten aufgehen lassen. Mit der restlichen Sahne bepinseln und im vorgeheizten Backrohr ca. 30 Minuten bei 175 Grad auf der mittleren Schiene goldgelb backen.DSCF6983
Noch warm servieren, mit Puderzucker bestreuen und Vanillesauce dazu reichen.

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